The Standard Union Nr. 269 (Brooklyn, New York) erwähnt auf S. 7 Bruckner in der Biographie von Emil Paur:
" IN THE WORLD OF MUSIC.
Emil Paur, for the past five years the conductor of the Boston Symphony Orchestra, was elected yesterday to succeed the late Anton Seidl as conductor of the New York Philharmonic Orchestra. [...] he studied music at the Vienna Conservatory, where his teacher in the violin was Hallmesberger [sic], in theory Bruckner and in the piano Epstein, and where he took a first prize. [... Karrierestufen ...]. Wilhelm Gericke, who was conductor of the Boston Symphony Orchestra from 1884 to 1889, will return to this country to take the place again." (*).
In der Leitmeritzer Zeitung Nr. 38 erscheint auf S. 17 (= S. 689) eine ausführliche Besprechung des Konzerts vom 15.5.1898:
" * R. K. Zum Konzertabend des Lehrervereines am 15. Mai. Wenn auch anfangs nur als Unterhaltungsabend geplant, wird derselbe durch die Theilnahme der Lehrervertreter aus dem ganzen Lande, besonders aber der durch ihre literarische und soziale Wirksamkeit hervorragenden Führer der deutsch böhmischen Lehrerschaft, eine erhöhte Bedeutung erhalten, wodurch auch die Zusammenstellung des musikalischen Programms bedingt wurde. Eine kurze Vorbesprechung der gewählten Tonstücke dürfte daher auch besonders den fremden Gästen angenehm sein, da – im Gegensatze zu den bleibenden Werken des Pinsels und des Meißels – der Eindruck von Tonbildern in der Regel flüchtig ist wie die Töne selbst. Den Leitmeritzer Besuchern des Konzertabendes aber dürfte besonders eine kurze Charakterisierung der musikalischen Gäste aus fremden Bezirken erwünscht sein. – A. Bruckner, † Ehrendoktor der Universität Wien, Professor der Musik an derselben und kaiserlicher Hoforganist, ist dem großen Publikum, sowie den Lehrerkreisen, aus denen er hervorgegangen, seinem Namen wie seinen Werken nach fremd. Schuld daran ist einmal die auch in seinen Tonschöpfungen zum Ausdruck gelangende Verschlossenheit des gewaltigen Meisters, zum anderen der Umstand, daß der in Wien und somit in Oesterreich in erster Linie (– „leider!" sagt dazu der geniale Liedermeister Robert Franz –) maßgebende Kunstkritiker Ed. Hanslik aus grundsätzlicher Abneigung gegen alles an Wagner Erinnernde die Bedeutung Bruckners und seiner Werke einfach todtzuschweigen suchte, während er gleichzeitig imstande war, den Versuch zu wagen, den in ungleich niedrigerer Sphäre herrschenden „Walzerkönig" Strauß opernfähig zu machen! Aber Bruckners gewaltiger Geist drang durch, und als der Meister, im Ringen mit sich und mislichen Verhältnissen fast lebensmüde geworden, zum Ehrendoktor der Universität Wien ernannt worden war, blieb sein ferneres Schaffen verschont von dem parteiischen Urtheile einer Kritik, die das Häßliche eines beabsichtigten Hohnes auch durch den geistvollsten und glänzendsten Stil nicht zu beschönigen und berechtigen vermag. Bruckner wird niemals „populär" werden; auch seine Chorwerke, die erst in neuester Zeit der Oeffentlichkeit zugänglich wurden, sind nur für hervorragendere, unter tüchtiger Leitung stehende Vereine durchführbar; umsomehr darf der Leitmeritzer Musikverein und dessen kunstsinniger Dirigent, Hr. Röhr, für die Bekanntmachung mit Bruckners „Germanenzug" den Dank der Zuhörer, besonders derer aus Lehrerkreisen, beanspruchen. – Ein zweiter Meister [...]" (**).
" * R. K. Zum Konzertabend des Lehrervereines am 15. Mai. Wenn auch anfangs nur als Unterhaltungsabend geplant, wird derselbe durch die Theilnahme der Lehrervertreter aus dem ganzen Lande, besonders aber der durch ihre literarische und soziale Wirksamkeit hervorragenden Führer der deutsch böhmischen Lehrerschaft, eine erhöhte Bedeutung erhalten, wodurch auch die Zusammenstellung des musikalischen Programms bedingt wurde. Eine kurze Vorbesprechung der gewählten Tonstücke dürfte daher auch besonders den fremden Gästen angenehm sein, da – im Gegensatze zu den bleibenden Werken des Pinsels und des Meißels – der Eindruck von Tonbildern in der Regel flüchtig ist wie die Töne selbst. Den Leitmeritzer Besuchern des Konzertabendes aber dürfte besonders eine kurze Charakterisierung der musikalischen Gäste aus fremden Bezirken erwünscht sein. – A. Bruckner, † Ehrendoktor der Universität Wien, Professor der Musik an derselben und kaiserlicher Hoforganist, ist dem großen Publikum, sowie den Lehrerkreisen, aus denen er hervorgegangen, seinem Namen wie seinen Werken nach fremd. Schuld daran ist einmal die auch in seinen Tonschöpfungen zum Ausdruck gelangende Verschlossenheit des gewaltigen Meisters, zum anderen der Umstand, daß der in Wien und somit in Oesterreich in erster Linie (– „leider!" sagt dazu der geniale Liedermeister Robert Franz –) maßgebende Kunstkritiker Ed. Hanslik aus grundsätzlicher Abneigung gegen alles an Wagner Erinnernde die Bedeutung Bruckners und seiner Werke einfach todtzuschweigen suchte, während er gleichzeitig imstande war, den Versuch zu wagen, den in ungleich niedrigerer Sphäre herrschenden „Walzerkönig" Strauß opernfähig zu machen! Aber Bruckners gewaltiger Geist drang durch, und als der Meister, im Ringen mit sich und mislichen Verhältnissen fast lebensmüde geworden, zum Ehrendoktor der Universität Wien ernannt worden war, blieb sein ferneres Schaffen verschont von dem parteiischen Urtheile einer Kritik, die das Häßliche eines beabsichtigten Hohnes auch durch den geistvollsten und glänzendsten Stil nicht zu beschönigen und berechtigen vermag. Bruckner wird niemals „populär" werden; auch seine Chorwerke, die erst in neuester Zeit der Oeffentlichkeit zugänglich wurden, sind nur für hervorragendere, unter tüchtiger Leitung stehende Vereine durchführbar; umsomehr darf der Leitmeritzer Musikverein und dessen kunstsinniger Dirigent, Hr. Röhr, für die Bekanntmachung mit Bruckners „Germanenzug" den Dank der Zuhörer, besonders derer aus Lehrerkreisen, beanspruchen. – Ein zweiter Meister [...]" (**).
Der genaue Ablauf der Tagung und des Konzerts wird auf Seite 4 (= S. 676) bekannt gegeben:
"[...] 4. Dr. A. Bruckner, weiland Lehrer in St. Florian und k. k. Hoforganist: „Germanenzug", Männerchor mit Soloquartett und Klavier. 5. [...]" (***).
"[...] 4. Dr. A. Bruckner, weiland Lehrer in St. Florian und k. k. Hoforganist: „Germanenzug", Männerchor mit Soloquartett und Klavier. 5. [...]" (***).
Zitierhinweis:
Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 189805145, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-189805145letzte Änderung: Okt 20, 2026, 9:09