zurück 18.12.1898, Sonntag ID: 189812185

Von der Aufführung des Chores "Abendhimmel" am 17.12.1898 berichtet das Wiener Tagblatt Nr. 348 auf S. 7f (*).

Die Neue Musikalische Presse bringt einen Artikel von H. Geisler Gedanken beim Linzer Musikfeste. Göllerich, der Vorkämpfer Bruckners, habe Liszts "Legende von der Hl. Elisabeth" aufgeführt (**).

Bruckner wird in einer Kritik von Josef Reiters Chor "Todestrost" [WMGV am 17.12.1898] erwähnt, die in der Reichswehr Nr. 1747 (Morgenblatt) auf S. 6 erscheint (***).

Die Linzer Tages-Post Nr. 288 bringt auf S. 4 einen Artikel Aus Bruckners Liebesleben. Die am 12.12.1898 in Niederneukirchen verstorbene Wirtschaftsbesitzerin Barbara Guger (Mädchenname: Schilhuben Wabi [recte vermutlich Schilhuber]) habe Bruckner und seinen Nachfolger in St. Florian, Josef Seiberl, zu ihren Verehren gezählt:
"     (Aus Bruckners Liebesleben.) Ein Freund der "Deutschen Ztg." schreibt diesem Blatte aus St. Florian: Am 12. d. M. starb in Niederneukirchen bei St. Florian die Wirtschaftsbesitzerin Barbara Guger im Alter von 61 Jahren. Die Verstorbene, die in ihrer Jugend Schilhuben Wabi hieß und als vorzügliche Schönheit galt, zählte den Meister Anton Bruckner zu ihren Verehrern. Bei der Bewerbung um die Gunst der Wabi hatte dieser die Rivalilät seines Nachfolgers auf dem St. Florianer Organistenposten, Seiberl, zu bekämpfen, und es scheint, dass derselbe hiebei Bruckner den Rang abgelaufen hat, wenn auch sein Verhältnis zur Wabi ein rein platonisches blieb. Die Gegner suchten die Angebetete stets auf ihrem täglichen Wege von St. Florian zu deren in der Nähe gelegenen väterlichen Gute zu treffen, und als einst ein unerwarteter Platzregen herniedergieng, bewaffnete sich Bruckner eiligst mit einem ehrwürdigen Schirme, um die Wabi unter dem Schutze desselben nach Hause bringen zu können  Als er derselben in süßer Erwartung entgegengieng, kam dieselbe in Begleitung Seiberls, der denselben Gedanken gehabt hatte und ihm zuvorgekommen war. Bruckner wurde wegen dieses Vorfalles oft geneckt und gestand seinen Aerger in seiner originellen, gutmüthigen Art jedesmal ein. – Die Wabi hat keinen der armen Musikanten, sondern einen Mann ihres Standes geheiratet und ist als steinreiche Frau gestorben." (°).

Die St. Louis Post-Dispatch Nr. 124 erwähnt Bruckner auf S. 25 in einem Artikel über das Chorwesen in St. Louis und die Bedeutung des Dirigenten Joseph Otten:
"PHILHARMONIC SOCIETY'S OFFERING FOR CHRISTMAS WEEK, HANDEL'S MESSIAH. It Will Be Presented Under the Management of the Veteran Joseph Otten. HANDEL'S "Messiah" will be the first work rendered by the Philharmonic Society during Christmas week. [... über die Geschichte der Chöre in St. Louis ... Chor 1879 gegründet  durch Joseph Otten ... 1882 und 1888 Orchester, seitdem Orchester- und Chor konzerte auf Niveau von Boston und New York ...]. Many of the works rendered were given for the first time in St. Louis, among which were "The Redemption" [...], Bach's "Stronghold Sure," Bruckner's "Te Deum," besides a number of smaller choral works. Among the orchestral works produced for the first time by a local orchestra were symphonies by Beethoven, [... etc. ... weitere Aktivitäten ...]. Mr. Otten has once more entered the field and this fall organized a new choral society under the name of the St. Louis Philharmonic Society, which takes up the work where it was abandoned four years ago. Mr. Otten's qualifications as a choral leader and his long experience in the work promises much for the future. [...]. (°°).


Zitierhinweis:

Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 189812185, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-189812185
letzte Änderung: Okt 30, 2026, 14:14