zurück 26.2.1904, Freitag ID: 190402265

Im Neuen Wiener Tagblatt Nr. 57 wird auf S. 11 das Konzert mit dem Quintett und dem Intermezzo [9.2.1904] besprochen, signiert "-rp-":
"       Konzerte.
[... über andere Konzerte, zuletzt Hugo Wolfs "Italienische Serenade" ...] An demselben Abend brachte Rosé Bruckners F-dur-Streichquintett mit dem herrlichen Adagio. Ueber die glanzvolle Aufführung des Quintetts wäre nichts Neues zu sagen, hätte man nicht einen bisher unbekannten Satz eingeschoben. Dieser, als "Intermezzo" bezeihnet, sollte ursprünglich zwischen dem Scherzo und Adagio stehen. Bei Herausgabe des Werkes hatte, wie Dr. Vancsa in der "Musikalischen Presse" berichtet, Bruckner den in Rede stehenden Satz entfernt, das Manuskript seinem Schüler Josef Schalk geschenkt, in dessen Nachlaß es dessen Bruder, Hofopernkapellmeister Franz Schalk, auffand. Der Originalverleger des Quintetts, Albert Gutmann, hat nun auch das Intermezzo drucken lassen. Die Première dieser Quasi-Novität fand schon vor einigen Wochen durch das Quartett Fitzner im Wagner-Vereine statt [23.1.1904]. Indem wir alle diese Außerlichkeiten vermelden, glauben wir über das Intermezzo das Wichtigste gesagt zu  haben, denn dieses selbst ist ziemlich anspruchslos. Das scheint auch wohl Bruckner gefühlt zu haben, denn sonst wäre kaum anzunehmen, daß er das Quintett durch die Ausschaltung des Intermezzos amputiert hätte. [... nebenan wurde die 3. Symphonie durch das Konzertvereinsorchester unter Ferdinand Löwe ...] mit dem besten Gelingen zur Geltung gebracht.    [... über Solistenkonzerte und Liederabende ...]  –rp–".


Zitierhinweis:

Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 190402265, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-190402265
letzte Änderung: Jan 25, 2025, 14:14