zurück 12.2.1925, Donnerstag ID: 192502125

Aufführung der 9. Symphonie durch die Berliner Philharmoniker unter George Szell in Berlin. Solist des Abends bei Mozarts c-Moll-Konzert ist der Pianist Severin Eisenberger (*).
 
Kurt Singer bespricht in der Konzertumschau "Bach und die Zipfelmützen" im Berliner Volksblatt "Vorwärts" Nr. 72 auf S. 2 das Konzert vom 9.2.1925 [mit der 3. Symphonie] und ein Konzert [Datum unbekannt] unter Edmund Meisel:
"[... Bachs h-Moll-Messe unter Siegfried Ochs ... Klemperer mit Krenek ...].
     Ein herzhaftes "Bravo" dem Akademischen Orchester, dessen Leistungen unter der Zucht des Weimaraners Prätorius außerordentlich gestiegen sind. Welch eiserne Disziplin, welch festgekittete Einheitlichkeit im Streichkörper, welche Leichtigkeit, piano zu spielen! [... Schuberts B-Dur-Sinfonie ...] und es ist nicht zu zweifeln, daß die innere musikalische Begeisterung, die heute überhaupt nur noch in Dilettantenorchestern möglich ist, auch über die Riesenschwierigkeit der D-Moll-Sinfonie Bruckners kühn hinweggetragen hat.
     Wenig vorbereitet, sicher nicht durch vollste künstlerische Verantwortung getragen war das 3. Abonnementskonzert Edmund Meisels. So schön und ehrenwert es ist, neues aufzuspüren und aufzuführen: ein so buntes, von Mozart bis Bruckner reichendes Programm braucht, wenn eine Uraufführung sich hineinstiehlt, vier Proben statt einer. Das Violinkonzert des jungen Hans Lange ist ein eklektisches Werk von guter Einfühlung [... Solist Max Modern ... Gesangssolist Agostino Grandis eine Schaljapin-Kopie oder besser -Parodie ... das Bruckner-Werk wird nicht genannt ...]. Und Meisel selbst? Ist er ein Meißel? Er sollte ein Hammer oder ein Bildner werden. Bisher fühlen sich die Bezipfelten bei ihm am wohlsten." (**).


Zitierhinweis:

Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 192502125, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-192502125
letzte Änderung: Aug 04, 2026, 22:22