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Bruckner-Meldungen in Heft 12 der »Musik« XXVII:

Oscar von Pander berichtet von den Münchner Festspielen, wo die 5. Symphonie unter Franz Adam in einem Innenhof der Residenz aufgeführt wurde (*).

Max Broesike-Schoen bespricht das neue Bruckner-Buch von Robert Haas (**).

Mally Behler erwähnt eine Aufführung der 4. Symphonie unter Wilhelm Sieben in der letzten Saison in Dortmund (***).

Friederike Schwarz schreibt über die Konzerte während des Katholikentags in Prag:
   »Der zweite Teil des Abends [im Deutschen Theater] bestand aus Bruckners »Te deum«, ausgeführt von den sudetendeutschen Brucknergemeinden unter der Leitung des jungen, ernst strebenden Dr. Herbert Hiebsch. Der Chor der Prager Brucknergemeinde war bei einer »Geistlichen Abendmusik« mit interessantem, teilweise historischem Programm zu hören, das u. a. Motetten von Bruckner [prov. WAB 67] und ein unbekanntes »De profundis« von E. Th. A. Hoffmann umfaßte. [...] Bruckners Messe in D wurde in der Salvatorkirche von der Musikakademie stimmungsvoll aufgeführt.« (°).

Bruckner wird für die nächste Saison in einem städtischen Sinfoniekonzert [prov. WAB 86] in Heidelberg angekündigt (°°).
 

Bruckner-Meldungen im September-Heft der Zeitschrift für Musik, 102. Jahrgang:

S. 946: Ankündigung der 5. Symphonie und des "Te deum" am 27.4.1936 in Flensburg und der 6. Symphonie am 17.2.1936 in Oldenburg.

S. 947: Ankündigung "Bruckner: Sinfonie d-moll, Nr. VI" [sic] für den 10.10.1935 in Düsseldorf.

S. 976-995 Vorstellung der am 66. Tonkünstlerfest beteiligten Musiker und Komponisten, mit Abbildungen nach S. 980: u.a. Peter Raabe, Hermann Abendroth, Hans Brehme, Philipp Jarnach, E. G. Klußmann [siehe die Anmerkung], Hans F. Schaub [siehe die Anmerkung], Rudolf Siegel und Hermann Zilcher.

S. 999: In seinem Artikel "Musik in Leipzig" berichtet Horst Büttner auch von der Bruckner-Gemeinde. Gründung Herbst 1934. Beim ersten Vortragsabend im Konservatorium kündigte der Vorsitzende, Prof. Max Ludwig, für 1936 ein Bruckner-Fest an. Millenkovich-Morold wies in seinem Vortrag nach, dass Bruckners sog. "Weltfremdheit" nicht mit Hilflosigkeit" gleichzusetzen ist; erst in Wien habe er eine Art selbsterhaltende Notwehr als Schranke errichtet. Zu Beginn erklang das Quintett mit einer "ad hoc zusammengestellten Quintettgenossenschaft".

S. 1000f: Auflösung des Musik-Rätsels vom Juni 1935. Frage 34 war mit "Bruckner" zu beantworten.

S. 1039: "HAMBURG. Im Achten Philharmonischen Konzert mußte anstelle des plötzlich erkrankten Eugen Jochum GMD Hermann Abendroth einspringen. Seine schwerblütige, verinnerlichte Art des Dirigierens hat den langen Atem, um die "Achte" von Bruckner zu einem nachhaltigen, ja beglückenden Erlebnis werden zu lassen. Gaspar Cassadó [... Bearbeitung von Franz Schuberts "Arpeggione"-Sonate ...]. Heinz Fuhrmann."

S. 1044: Roland Tenschert meldet für Salzburg eine Aufführung des Quintetts in Theodor Müllers Kammermusikzyklus.

S. 1044f: Karl Grunsky berichtet aus Stuttgart: "[...] Hinsichtlich Bruckners ist Stuttgart, obwohl mit starker Überlieferung ausgerüstet, zu einem gewissen Zweikindersystem verurteilt, während anderswo die Symphonien reihenweise erscheinen. Das zweite Bruckner-Konzert der Staatskapelle ergab unter Schuricht eine meisterhafte, überraschend eindrucksvolle Wiedergabe der Siebenten. Schulz-Dornburg, der die Dritte angesagt hatte, mußte sich mit den vier kleinen Orchestersachen begnügen. Dem selten gehörten Requiem Bruckners bereitete in der Protestantischen Kirche Degerlochs Konrad Stahl eine würdige, allgemein beachrtete Erstaufführung. [...] Dr. Karl Grunsky."

S. 1045: Richard Fischer meldet eine Aufführung des Quintett-Adagios in Tutzing am 14.7.1935.
Grete Altstadt-Schütze erwähnt in ihrem Bericht aus Wiesbaden eine Aufführung der 8. Symphonie [vermutlich unter Schuricht], der Werke von Brahms und Händel (mit der Altistin Eva Liebenberg) vorausgingen.

S. 1058: Nochmals Erwähnung der Festsommer-Konzerte in Tutzing, die von Palma von Paszthory-Erdmann betreut wurden (a).
 


Zitierhinweis:

Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 193509005, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-193509005
letzte Änderung: Dez 20, 2025, 22:22