zurück 28.6.1936, Sonntag ID: 193606286

Hochamt in Einsiedeln im Rahmen des Züricher Brucknerfestes.
Aufführung der e-Moll-Messe durch den Münchner Domchor und Bläser des Tonhalle-Orchesters unter Ludwig Berberich (*).
Am Mittagsmahl nach der Messe nimmt auch der Berliner päpstliche Nuntius teil (*a).
Nachmittags in Einsiedeln Aufführung von »Tantum ergo« [recte »Pange lingua« WAB 33], »Inveni David« [WAB 19], »Vexilla regis«, »Christus factus est« [WAB 11], 114. Psalm und Vorspiel und Fuge in c-Moll für Orgel [WAB 131] (Fassung von Franz Philipp) durch den Stiftschor unter P. Otto Rehm, Orgel P. Stephan Koller (*).
Für die Segensandacht um 14:15 Uhr war auch eine Ansprache des Fürstabtes Dr. Ignaz Staub angekündigt (*b).

Kirchenmusikalische Abendfeier in der Zürcher Liebfrauenkirche unter Ludwig Berberich (*c).

Brief von Peter Raabe an Volkmar Andreae:
   »Ihr ausgezeichnetes Orchester hat mir großen Eindruck gemacht. Man kann mit ihm so aus der Fülle Musizieren. Und das tut gut; besonders bei Bruckner!« (**).

Besprechung des Konzerts vom 25.6.1936 mit der 8. Symphonie in der Neuen Zürcher Zeitung, signiert "E.I.":
"  E.I. […] Aus gleich glücklicher Disposition heraus, wie vor fünf Jahren bei seinem Dirigenten-Jubiläum, gestaltete Dr. Volkmar Andreae, der Stütze der Partitur diesmal ganz entratend, mit den Künstlern seines Orchesters das erhabene Werk und blieb sich selbst in der Dauer der einzelnen Sätze völlig treu. […] Eine verdiente, rauschende Ovation wurde ihm und seinem aufopferungsbereiten Orchester von seiten der ergriffenen Zuhörerschaft zuteil. Auch Dr. Andreae schien in seiner Wiedergabe mehr Gewicht auf bestimmenden, keineswegs aber bloss dominierenden Klang der Blechbläser zu legen. Er schob damit das Schwergewicht dieser Musik an den richtigen Platz in einer Partitur, die, ob von Bruckner später so gewollt oder von anderer Seite beeinflusst, klanglich in stärkerem Gegensatz zur Originalsprache der ‚Fünften’ steht. In welchem Masse auch die Musik der ‚Achten’ von einem dem Meister aufgedrängten Zeitfirnis überzogen ist, diese wichtige, mit der Aufdeckung der Originalpartituren in Diskussion geratene Frage kann die Originalfassungs-Aufführung der ‚neunten’ in unserem mehr und mehr denkwürdigen Bruckner-Festes vielleicht beantworten." (***).


Zitierhinweis:

Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 193606286, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-193606286
letzte Änderung: Jan 07, 2026, 22:22