zurück 31.5. - 3.6.1941, Samstag vor Pfingsten bis Dienstag ID: 194105314

Bruckner-Festtage in St. Florian und Linz (Gesamtleitung: Georg Ludwig Jochum).
[31.5.1941] Nachmittags Festakt im Empire-Saal des Landhauses. Gauleiter Eigruber hält die Eröffnungsrede (berichtet von der Anteilnahme Hitlers), Max Millenkovich-Morold die Festrede (betont die nordische Prägung Bruckners). Der Kulturbeauftragte Dr. Anton Fellner kündigt an, dass nach Hitlers Willen die Brucknerfeste erst nach dem Krieg in großem Stil gestaltet werden (*).
An der Eröffnungssitzung nimmt auch Friedrich Werner teil (**).
Den musikalischen Rahmen der Feier bildet eine Direktübertragung aus St. Florian mit dem Organisten Helmut Müllner [recte: Adolf Trittinger?]. Die Kammermusikvereinigung des Bruckner-Konservatoriums (Wilhelm Reuterer, Hilde Gerstmayer, Anton Schulz, Anton Palm [2. Viola] und Heinz Peer) führt das Quintett auf. OBM Dr. Sturma begrüßt die Augsburger Gäste und ihren Leiter Otto Jochum, die sich mit einem Chor von Gerhard Strecke revanchieren.
Am Abend Chorkonzert unter Otto Jochum mit Werken von Brahms, Franz Philipp, Lürmann, Armin Knab, Otto Siegl, Franz Schubert Otto Jochum und Joseph Haas (***).

Am 1.6.1941 (Pfingstsonntag) Orgelkonzert in St. Florian. Dr. Helmut Müllner, Schüler von Franz Schmidt und Franz Schütz, spielt eine Chaconne von Franz Schmidt, Georg Ludwig Jochum leitet eine Aufführung des "Te deum" mit dem Städtischen Orchester Linz und der Augsburger Chorgemeinmschaft (Solisten: Hannah Klein, Lore Fischer, Walter Sturm und Fred Drissen). Nachmittags Aufführung der 4. Symphonie im "wunderbar akustischen" Marmorsaal des Stifts.

Am 2. 6.1941 (Pfingstmontag) Aufführung der f-Moll-Messe unter Otto Jochum (Solisten wie am Vortag) in der Stiftskirche. Nachmittags Aufführung von Friedrich Kloses Präludium und Doppelfuge über ein Improvisationsthema Bruckners mit Helmut Müllner. [Abends?] Aufführung der 7. Symphonie unter Georg Ludwig im Marmorsaa.

Am 3.6.1941 (Pfingstdienstag) Aufführung der 8. Symphonie unter Georg Ludwig Jochum im Festsaal des Kaufmännischen Vereinshauses in Linz (°).

Einige Augsburger Chormitglieder erwerben von Franz S. Forster das Gipsrelief IKO 264 (°°).

Zu diesem Anlaß erscheint ein Artikel »Im Zeichen Anton Bruckners« in »Oberdonau« 1 (1941), F. 3, S. 40 (°°°).

Das Programmheft enthält auf S. 8 - 14 einen Artikel von Helmut Müllner »Wege zu Anton Bruckner« (#), außerdem Grußworte von August Eigruber und Obm. Anton Estermann, ein Verzeichnis der Mitwirkenden, die Festfolge, auf S. 15-29 "Einführungen zu den Werken des Brucknerfestes 1941" von Helmut Müllner (S. 17f "Te deum", S. 18ff 4. Symphonie, S. 21ff f-Moll-Messe, S. 23ff Friedrich Klose "Präludium und Doppelfuge ...", S. 25ff 7. Symphonie, S. 28ff 8. Symphonie) und auf S. 31f "St. Florian" von Franz von Juraschek (##).


Zitierhinweis:

Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 194105314, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-194105314
letzte Änderung: Jan 09, 2026, 17:17