zurück 14.11.1875, Sonntag ID: 187511145

Auf die morgige Kirchenmusik weisen einige Zeitungen hin:
 
Deutsche Zeitung Nr. 1390 auf S. 6 (*),
 
Illustrirtes Wiener Extrablatt Nr. 315 auf S. 4:
     "[inhaltlich wie (**)] Hoforganist Professor Bruckner wird am Schlusse des Hochamtes eine Orgelfuge spielen." (*a),
 
Die Presse Nr. 315 auf S. 9:
     "(Kirchenmusik.) In der k. k. Hofpfarrkirche zu St. Augustin wird Montag den 15. November um 11 Uhr das Fest des heiligen Leopold feierlichst begangen, wobei Capellmeister Leopold Eder Haydn's prachtvolle Nelsonmesse, Graduale (Tenorsolo mit Chor) von Ritter v. Seyfried und Offertorium (Altsolo) von Baronin Constanze Ruttenstein zur Aufführung bringt. Die Soli der Messe werden von Frau Professorin Adele Passy=Cornet, Fräulein Ritter, Mitglied des k. k. Hofoperntheaters, und den Herren Edmund Dunkl, Eduard Teller, das Qui tollis von Herrn Adolph Wallnöfer und die Einlagen von den k. k. Hofopernsänger Karl Adams und der k. k. Hofopernsängerin Wilhelmine Tremel vorgetragen. Hoforganist Anton Bruckner wird am Schlusse des Hochamtes eine Orgelfuge spielen." (**),
 

Neue Freie Presse Nr. 4031 auf S. 6:
     "[inhaltlich wie (**)] Hof=Organist Professor Bruckner wird am Schlusse des Hochamtes eine Orgelfuge spielen." (***).

Fortsetzung des gestrigen Berichts im »Vaterland« Nr. 315, Beiblatt S. 1f, über die Orgeleinweihung in St. Florian; Bruckner wird erwähnt und Seiberl besonders gewürdigt.
     "Die große Orgel zu St.Florian.
          (Schluß.)
     Doch horch! Auf einmal läßt sich im ersten Manuale die Stimme der Viola baritona 8' vernehmen; [... ausführlich und sehr poetisch über die einzelnen Register ... über Seiberls Orgelfuge, die leichte Spielbarkeit der Orgel im Vergleich zu früher ...]
     Unbeschreiblich war auch die Wirkung der Production am 18. October [... "Lobgesang" ... Prälat Mosers Lobspruch auf Mauracher am 19.10.1875 ...] und oft möge er kommen und sich erfreuen an den Klängen seines herrlichen Meisterwerkes. Und auch jener zwei Männer muß gedacht werden, deren Namen mit der Orgel von St. Florian untrennbar verbunden sind, des Meisters im Spiel, des Professors Bruckner, der, nachdem er bei der hiesigen Orgel den Grund zu seiner Kunst gelegt, nun zu europäischem Ruhm gelangte, sowie seines Nachfolgers und Freundes, des jetzigen Organisten Joseph Seiberl, der auf dem Wege ist, seinem älteren Freunde nachzustreben.
     Wahre Kunst verfeinert und veredelt; beide sind Söhne von Schullehrern, die seiner Zeit unter dem Patronate von St. Florian wirkten, beide bewahren dem Hause treue Anhänglichkeit, edlen Charakters, verbindet sie beide wahre Freundschaft, beide sind sie Meister, die lauten Dank verdienen, daß sie Mauracher's großes Werk so herrlich zum Ausdruck bringen. [... Mauracher hat sechs weitere Register unentgeltlich gebaut...]
     Das Werk steht nun vollendet da [...] Wäre es noch nicht fertiggestellt, jetzt könnte es nicht mehr gebaut werden; für solche Schöpfungen ist das neue Pfründenbesteuerungsgesetz der Schlußpunct." [keine Signatur] (°).

(Gesellschaftskonzert unter Herbecks Leitung mit Werken von Haydn, Schubert, Herbeck und Mendelssohn (»Lobgesang«) (°°). Cosima Wagner im Publikum (°°°)).


Zitierhinweis:

Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 187511145, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-187511145
letzte Änderung: Dez 14, 2024, 20:20