zurück 20.7.1876, Donnerstag ID: 187607205

Bruckner wird in einem Artikel der Steyrer Zeitung Nr. 48 auf S. 2 (über die Kollaudierung der Mauracher-Orgel in Sierning am 17.7.1876) erwähnt (*): Stiftsorganist Seiberl aus St. Florian erprobt die neue Orgel in Sierning. Sein Spiel wird mit dem Bruckners verglichen -

     »Freilich mußte auch eine solche kunstgeübte Hand sie spielen, wie die des Herrn Stiftsorganisten Seiberl aus St. Florian, der, in die Fußstapfen Bruckners tretend, über einen großen Fantasiereichthum und eine seltene Technik verfügt und überdieß am Brett der großen ebenfalls von Herrn Mauracher ganz umgebauten Orgel in St. Florian sitzt, daher auch mit dem Pedal und anderen neuen Einrichtungen ganz vertraut ist. [... als anwesend erwähnt werden Organist Rücker und Traumihler ...]« (**).
 
Eduard Kulke berichtet im Vaterland Nr. 198 auf S. 1 vom Zöglingskonzert am 12.7.1876:
          "Zöglingsproductionen.
     Ed. K. Mit großem Interesse und herzlichem Vergnügen habe ich mir die beiden Schlußproductionen der Zöglinge des Wiener Conservatoriums angehört, welche letztvergangenen Mittwoch und Samstag im großen Musikvereinssaale unter der Leitung des Directors Joseph Hellmesberger vor einem gedrängt vollem [sic] Hause stattgefunden haben. [...]
     Begonnen wurde in der Mittwoch=Production mit einer mächtigen Orgel=Fuge in G-moll von Sebastian Bach, vorgetragen von Herrn Hermann Steudner, einem Schüler des Professors Anton Bruckner. Das Werk brauste mächtig durch den Saal unter den Händen und Füßen dieses jungen Organisten, der, wie wir hören, ein eben so vortrefflicher Pianist sein soll. Gewünscht hätten wir, daß das Plenum bei der Orgel etwas weniger und die feineren und weicheren Register etwas mehr in Anwendung gekommen wären. In der Kirche ist das etwas Anderes [...] bei einer Prüfung handelt es sich nicht um Andacht und Versenkung, und so wäre auch ein sanfteres Behandeln der Register vielleicht mehr am Platze gewesen; übrigens darf uns dies nicht hindern, Herrn Steudner unser uneingeschränktes Lob zu ertheilen. [... über die anderen Werke und Musiker ...]
     Weit bedeutender als die erste, war die zweite der beiden Schlußproductionen; bedeutender nach dem Inhalt der aufgeführten Werke; äußerlich feierlicher durch den ungeheuren Andrang des Publicums; ich glaube, es war kein Plätzchen unbesetzt.
     [... Julius Winkler, Siegfried Auspitz und August Siebert (Violinen), drei Pianistinnen, Sängerinnen, Schülerkompositionen von Rudolph Raimenn und Josephine Weiß ...]" (***).


Zitierhinweis:

Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 187607205, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-187607205
letzte Änderung: Dez 06, 2024, 12:12