zurück 16.2.1898, Mittwoch ID: 189802165

Besprechung des Konzerts vom 14.2.1898 mit dem Quintett im Prager Tagblatt Nr. 47 auf S. 7, signiert "Dr. v. B.":
"[... zwei Quintette ...]. Bruckner's Werk in F-dur war auf diese Weise in die wenig beneidenswerthe Lage versetzt worden, mit Mendelssohn's Op. 87 (B-dur) concurriren zu müssen. Bruckner, der aus dem Gebiete der pastosen Musik manche große Wirkungen zu erzielen verstand, wußte sich im bescheidenen Rahmen des vierstimmigen Satzes viel weniger zurecht zu finden. Für den intimen Reiz einer Genremalerei im Kleinen ist seine Hand stets zu schwer gewesen; eine natürliche Aengstlichkeit, die erlaubten Größenverhältnisse zu überschreiten, lähmte den sonst unbefangenen Ausdruck seines starken schöpferischen Willens. In seinem F-dur-Quintette zersplittert er seine Kraft an kleinlichen Nebensächlichkeiten, ohne den Kern des Gedanken energisch festzuhalten. Das auf diese Art Geschaffene wird zum Stückwerk, aus dem nur das echt musikalisch empfundene und mit viel Klangschönheit ausgestattete Adagio als lichter Punkt hervorragt. Nach Bruckner wirkte Mendelssohn's herrliche Composition umso erfreulicher auf die Hörer. [...]      Dr. v. B. " (*).

Faschingsveranstaltung der Liedertafel St. Florian in Bauers Lokalitäten.
"Punkt ½8 Uhr abends flog der Vorhang in die Höhe und auf der mit des unsterblichen Meisters und Landsmannes Bruckner Bilde gezierten Bühne stand die Liedertafel mit Narren-Emblemen und ließ den feschen "Faschingsmarsch" von Schuster erschallen."
[... dabei sind u.a. der Vorstand Steuereinnehmer Brauneis und Musiklehrer Aigner ...] (**).


Zitierhinweis:

Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 189802165, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-189802165
letzte Änderung: Sep 28, 2026, 9:09