zurück 29.11.1898, Dienstag ID: 189811295

Die Linzer Zeitung berichtet vom Konzert am 27.11.1898 (mit der 2. Symphonie) (*).

Eine Kritik bringt auch das Linzer Volksblatt Nr. 272 auf S. 5:
"     Erstes Musikvereins-Concert. [...] Unserem großen Landsmanne Anton Bruckner wurde als zweitem das Wort gegeben. Zum Schluss kam Richard Wagner daran. Es gibt gewiss nur wenige Componisten, denen eine Einfügung zwischen Beethoven und Wagmer nicht verhängnisvoll würde. Aber Bruckner besteht, wie die Aufführung seiner „Zweiten Symphonie in C-moll* gestern wieder b[e]wies, diese Probe mit allen Ehren. Es ist ein hohes und schwieriges Ziel, das der Musikverein sich gesetzt hat: die Werke Bruckners in der Stadt, worin er so viele Jahre seines Lebens zubrachte, zu popularisieren. Aber der schönste Erfolg verspricht der Mühe Lohn zu werden. Je öfter man Bruckner hört und je tiefer man in seine Eigenart eindringt, desto größer wächst auch die Bewunderung für ihn heran. Allmählig kräftigt und festigt sich die Ueberzeugung, daß Bruckner in der Welt der Töne nicht der Vasall eines oder mehrerer Anderer, sondern daß er ein Selbstherrscher sei, der sich sein eigenes Reich geschaffen und dessen Name einst neben Beethoven und Wagner genannt werden wird. Die zweite Symphonie ist eines der „leichteren" Werke des Meisters, was aber nicht sagen soll, daß es den Musikern nicht sehr respectable Schwierigkeiten bietet. Doch kam das Orchester mit Bravour darüber hinweg, namentlich die Biäser hielten sich ausgezeichnet. Von den vier Sätzen schien am meisten der zweite, das in wundersamer Verklärung dahin schwebende Andante, gefallen zu haben, obwohl auch das Scherzo ein großes Meisterstück und der Schlusssatz von einer bezwingender [sic] Schönheit und Großartigkeit ist. Das Publicum, welches nach jedem Satze Dirigenten und Orchester durch lebhaftesten Beifall ermunterte, brachte nach dem Schlusse des Ganzen dem Genius des Meisters und seinen wackeren Interpreten eine langanhaltende, stürmische Ovation dar.
     Als dritte und letzte Nummer wurde Richard Wagners Apotheose des Hans Sachs aus den „Meistersingern" aufgeführt. Als interessante Reminiscenz erwähnt die als Leitfaden zum Concert von Herrn A. Göllerich herausgegebene Broschüre, daß dieser Theil aus den „Meistersingern" zum erstenmale in Linz aufgeführt wurde, und zwar am 31. Jänner 1868 [recte 4.4.1868] unter Bruckners Leitung. Wagner hatte, als sich die „Meistersinger" eben im Druck befanden, einen Probeabzug an Bruckner übersenden lassen. [...]"  [keine Signatur] (**).

Aufführung der 5. Symphonie [recte: 3. Symphonie?] unter Reznicek in Mannheim (***).

Die Ostdeutsche Rundschau Nr. 330 schreibt auf S. 6 über das Wiener Bruckner-Denkmal (°).


Zitierhinweis:

Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 189811295, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-189811295
letzte Änderung: Okt 28, 2026, 14:14