zurück 4.4.1931, Samstag ID: 193104045

Ankündigung des Konzerts vom 6.4.1931 mit der 9. Symphonie in der Pittsburgh Post-Gazette Nr. 212 auf S. 8 (*)
 
und in The Altoona Tribune auf S. 4 ("at 8:15") (**).
 
Ankündigung der morgigen Kirchenmusik in The South Bend Tribune Nr. 309 (South Bend, Indiana) auf S. 3 (***).
 
Brief von Ernst Schwanzara an Richard Heller:
"                 Wien, am 4. April 1931.
              Hochgeehrter Herr Regierungsrat!
     Vielen Dank für Ihre gütigen, mir ungemein wertvollen Miteilungen vom 6. Nov. 1930!
     In der Zwischenzeit bin ich auf eine Vergrößerung des fraglichen retouchierten Bildes [IKO 83a] gestoßen, das sich im Museum des Wiener Männergesang-Vereines befindet und mit unrichtigen Angaben versehen ist. Sobald mein Erhebungsmaterial abgeschlossen sein wird, werde ich das weitere veranlassen, daß dieses Bild gegen das richtige, mit den richtigen Erläuterungen versehene Bild ausgetauscht wird.
     Leider bin ich noch immer nicht zu Ende, aber noch habe ich beste Hoffnung, alles herauszubekommen.
     Nun wieder einige ergebene Anfragen:
1.) Auf dem Bilde befindet sich noch eine weibliche, von Schrötter verdeckte Figur; wer ist das?
2.) Ist der neben Bruckner stehende Mann wirklich der Bruder Ignaz und ist es ganz sicher, daß das Bild im Juli 1896 aufgenommen wurde?
3.) Aus welchem Anlasse dürfte Ignaz damals in Wien gewesen sein? Wie lange hielt er sich damals auf?
4.) An welcher Krankheit litt Bruckner eigentlich? Angeblich an Leberverhärtung (Leber=Zirrhose).
     Herr Regierungsrat dürften über meine sonderbaren Fragen 2.) und 3.) nicht wenig staunen, aber hören Sie gefälligst:
     Am 11. August 1896, also schon 3½ Wochen nach der photographischen Aufnahme schrieb Anton Bruckner an J. Gruber in St. Florian:
     "Schon 3 Briefe schrieb ich an Ignaz ohne eine Antwort zu bekommen. Nun wende ich mich an Sie und bitte herzlichst und inständig, Sie wollen meine Bitte erfüllen und mir sagen ist Ignaz krank oder böse auf mich."
Da Bruckner mit seinem Bruder sonst nicht in so reger Korrespondenz war, ist mir nicht verständlich, warum er während weniger Tage 3 Briefe an Ignaz und einen vierten an Gruber geschrieben hat. Daß im August 1896 ein Verfall seiner geistigen Kräfte eingetreten ist und er vielleicht nicht mehr ganz denkfähig war, kann mir die Sache nicht hinreichend erklären.
     Bitte also vielmals mir angeben zu wollen, was ich von Bruckners Brief halten soll.
     In ausgezeichneter Hochachtung
           Ihr ergebener
                Ernst Schwanzara." (°).
 
Radio Wien sendet zwischen 15:25 und 16:30 Uhr ein Schallplattenkonzert mit geistlicher Musik. Die vorletzte Nummer ist „Tu rex gloriae Christe“ [aus dem Te deum] mit dem Bruckner-Chor [siehe die Anmerkung] (°°).
 


Zitierhinweis:

Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 193104045, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-193104045
letzte Änderung: Sep 19, 2026, 22:22