In der Züricher Tonhalle vormittags Vorstandssitzung der IBG. Karl Grunsky (Gegner der Originalfassungen) fordert, den »Fall Millenkovich-Morold« zu besprechen (#).
Auer soll in Zürich gesagt haben, Morold sei ein Feind der Brucknerausgabe, seine Schlüsse beruhen auf falschen Prämissen. Morold habe seinen Austritt aus dem Vorstand erklärt, aber noch nicht vollzogen (a).
Hausegger äußert sich zur Herausgabe der Originalfassungen. Bei der 5. und 9. Symphonie seien verschiedene Punkte, z.B. in der Instrumentation, noch ungeklärt (b).
Norbert Furreg sagt, seine Einstellung sei nicht mit der von Robert Haas identisch, dessen Vortrag [13.3.1936] auch nicht vom Musikwissenschaftlichen Verlag angeregt worden sei. Karl Grunsky warnt vor voreiligen und übertriebenen Verurteilungen Franz Schalks und Löwes (c).
Abends Wiederholung des Programms vom 20.6.1936 (150. Psalm und f-Moll-Messe) (*).
In der Vorplanung 1935 war statt des Psalms Präludium und Fuge c-Moll für Orgel [WAB 131] vorgesehen (*a).
Besprechung des Konzerts vom 20.6.1936 (150. Psalm und f-Moll-Messe) in der Morgenausgabe der Neuen Zürcher Zeitung, signiert "E.I.":
"E.I. […] Auch das nächste Werk des Programmmes war für Zürich nicht neu, hörten wir den ‚Psalm’ im Winterkonzert 1931 des Gemischten Chors [8./9.12.1931], so die darauffolgende f-Moll-Messe am Karfreitag 1929. [29.3.1929] […] Nicht in der Herausarbeitung der grossen dynamischen Momente des Werkes lag die Stärke der Aufführung durch unseren Gemischten Chor Zürich und unser vielbeschäftigtes Tonhalleorchester, so eindrucksvoll sie auch gelangen, sondern in der durch den Leiter, Dr. Volkmar Andreae, geförderten technischen und geistigen Beherrschung, die jederzeit erlaubte, den feinsten Regungen dieser Musik und auch ihrer engverzweigten Struktur nachzugehen. Dadurch wurden Partien starrer Grösse wundersam ausdrucksbelebten Episoden gegenübergestellt. Je mehr die Messe in ihrem Verlauf fortschritt, umso gelöster wurde sie vom Dogmatischen, umso unmittelbarer sprach ihr rührend und göttlich bewegtes Menschliche an, spann die Hörer in seine Musik ein. […]" (*b).
Artikel von Ernst Kurth »Bruckner als Mystiker« in der Neuen Zürcher Zeitung (**).
Artikel »Die Sinfonien Anton Bruckners - bearbeitet oder original. (Int. Brucknerfest in Zürich).«, signiert »Dr. E.«, in »Der Mittag«, Düsseldorf (***).
Zitierhinweis:
Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 193606225, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-193606225letzte Änderung: Jan 07, 2026, 23:23