Schubert-Feier der Liedertafel in Freistadt unter Franz Neuhofer. Der Ertrag bildet den Grundstock zur Anbringung einer Gedenktafel in Windhaag, wofür sich vor allem der Vorstand Ludwig Gruber und der zweite Chormeister Anton König einsetzen (*).
Der Alpen-Bote Nr. 9 berichtet auf S. 3 von der Aufführung der 4. Symphonie in München [13.1.1897 oder 20.1.1897] (**)
und ruft auf S. 4 zu Spenden zur Ehrung Bruckners auf (***).
Die Steyrer Zeitung erinnert an die Ehrung Bruckners durch den Rektor der Wiener Universität Leo Reinisch [recte: Exner] [am 7.11.1891] (°).
Auf die heutige Kirchenmusik machen
das Deutsche Volksblatt Nr. 2903 auf S. 8 (Morgenausgabe) (°°),
die Reichspost Nr. 25 auf S. 4 (°°a)
und das Fremdenblatt Nr. 30 auf S. 9 (Morgenblatt) (°°°) aufmerksam.
Aufführung der Messe op. 14 von Josef Gruber, des "Os justi" als Graduale und des Offertoriums "In virtute tua" von F. X. Witt in der Votivkirche (#).
Ein Artikel "Franz Schubert's Verwandte." im Neuen Wiener Tagblatt Nr. 31 auf S. 23, geschrieben oder zumindest angeregt von Paul Wilhelm, erinnert an Andreas Schubert und Hermann Schubert, die Stiefbrüder Franz Schuberts, und an Ferdinand Schubert in Innsbruck, einen Neffen des Komponisten. Über Andreas Schubert heißt es u.a.:
" In diesen Tagen – schreibt uns Herr Paul Wilhelm – da wir die Feier des hundertjährigen Geburtstages Franz Schubert’s begehen, steigen in mir liebe Erinnerungen auf an einen gutmüthigen, alten Herrn, den wir vor vier Jahren zu Grabe geleiteten und dessen innigster Stolz es war, "Franz Schubert's Bruder" zu sein. Es war Andreas Schubert, der im Alter von 69 Jahren von uns schied. Sein jüngerer Bruder, der Schottenpater Hermann Schubert, war ihm im Tode um einige Monate vorangegangen. [...]
Mit Andreas Schubert ist wirklich ein Stück Alt-Wien zu Grabe getragen worden. [...] Unter den lebenden Componisten verehrte er ganz besonders Anton Bruckner, den er den größten Symphoniker nach Beethoven nannte und mit dem ihn jahrelange innige Freundschaft verband. Etwas kühler stand er den "Modernen" gegenüber. Von Wagner liebte er nur die ersten Opern, vornehmlich "Lohengrin" und "Tanhäuser" [sic]; an den späteren, den "Nibelungen", "Tristan" und anderen fand er weniger Gefallen. [... über Franz Schubert, über Hermann Schuberts persönliche Erinnerungen an seinen Onkel ...]" (##).
Dieser Text erscheint auch am 10.2.1897 in Dillinger's Reise- und Fremden-Zeitung Nr. 5 auf S. 8 (##a).
Das Vaterland Nr. 31 bringt auf S. 1f einen Artikel "Schubert als religiöser Componist", signiert "A. S.", in dem auch Bruckner erwähnt wird:
"[...] Die Schubert'sche Gestaltung des Credo haben später Beethoven (Missa solemnis) und Bruckner (F-Moll-Messe) ebenfalls, und zwar mit größter Wirkung, angewendet. [... über die Messen ... über Aufführungen der Es-Dur-Messe ...] Kirchenaufführungen werden nur zu gerne todtgeschwiegen! Dasselbe geschah mit der F-moll-Messe von Bruckner. [...] A. S." (###).
Zitierhinweis:
Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 189701315, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-189701315letzte Änderung: Aug 17, 2026, 13:13