zurück 4.8.1896, Dienstag ID: 189608045

Die Neue Freie Presse Nr. 11475 berichtet auf S. 7 kurz von der Aufführung des "Germanenzug" in Stuttgart am 3.8.1896:
"                 Vom deutschen Sängerbundesfest.
               (Telegramm der "Neuen Freien Presse")
     Stuttgart, 3. August. Der heutige Festtag war wieder vom schönsten Wetter begünstigt. Nachmittags fand das zweite Festconcert statt, das fast ausschließlich patriotische Gesänge bot und einen Nachklang zur Jubelfeier des deutschen Reiches bildete. Anton Bruckner's "Germanenzug" eröffnete die Aufführung; das mehr lyrisch als dramatisch gehaltene Werk fand mit seiner edlen Tonsprache vielen Beifall. Der schön empfundene Mittelsatz wurde vom Niederösterreichischen Sängerbund zur besten Wirkung gebracht.Sehr gefielen die Einzelvorträge des Niederösterreichischen Bundes [...]. Mit Abt's heroischem "Siegesgesang der Deutschen" schloß das Concert, dessen Gesammt=Eindruck allerdings nicht ganz so bedeutend war, wie jener der ersten Hauptaufführung.
     Bei dem hier abgehaltenen Sängertage des deutschen Sängerbundes wurde beschlossen, [... nächstes Mal in Graz ("Stärkung des Deutschthums in ganz Oesterreich") ...]." [keine Signatur] (*).
 
Das Neue Wiener Tagblatt Nr. 213 schreibt auf S. 5:
"             Das Stuttgarter Sängerbundesfest.
             (Von unserem Specialberichterstatter.)
                                                   Stuttgart, 2. August.
     Unter außerordentlichem Menschenandrang [... Festzug ... die österreichischen Vereine ... Abendveranstaltung ...]
                                          – 3. August.
     [... Beschluss: nächstes Fest in Graz ("man müsse das Deutschthum in Oesterreich im Kampfe gegen das Slaventhum unterstützen") ...]. In den Bundesausschuß wurde Kremser wiedergewählt. In der gedrängt vollen Festhalle fand Nachmittags die zweite Hauptaufführung statt, welche vollen Erfolg hatte. Kremser dirigirte Bruckner's "Germanenzug", wobei der niederösterreiche Sängerbund das Solo trefflich zur Geltung brachte. Später sang der niederösterreichische Bund allein Storch's "Nun fangen die Weiden zu blühen an" und erntete stürmischen Beifall." [keine Signatur] (**).
 
Von den Ereignissen des Sängerbundesfest am 3.8.1896 berichtet ausführlich der Schwäbische Merkur Nr. 180 auf S. 1f des Mittagsblatts (S. 1581f):
"Das V. Deutsche Sängerbundesfest. Stuttgart, Dienstag 4. August.     [...]    II. Hauptaufführung am 3. August. |  *** Die Bedingungen, unter denen das zweite unserer Festkonzerte zu Stande kam, waren, mit Sonntag verglichen, ungünstiger. Beim ersten hatte ein trüber Himmel die gefürchtete Hize [sic] gerade so lange abgehalten, als dies zum Gelingen des Konzetes notwendig war. Nach der voll besuchten Hauptprobe am Samstag hatten die Sänger den folgenden Morgen Frische und Kraft genug, um ihre Leistungen auf voller künstlerischer Höhe zu halten. Gestern machte sich schon in der Probe die unausbleibliche Ermüdung geltend, und am Nachmittag lagerte in der Festhalle drückende Schwüle. Das Publikum strömte in noch größeren Massen als am Sonntag herbei, und der gesteigerte Andrang zu den wenigen Verkehrsmitteln hatte auch zur Folge, daß die Sänger selbst nicht alle um 4 Uhr zur Stelle sein konnten. Unter diesen Verhältnissen fiel der erste Chor, "Germanenzug" von Anton Bruckner (Text von Dr. Silberstein[)] nicht nach Erwartung aus. Kremser hatte sich viele Mühe gegeben, aber sie half nichts, die Sänger mußten sich erst einsingen. Auch das Solo im "Germanenzug", gesungen vom niederöstr. Sängerbund, klang matt. Allein dies war nur der Anfang; es dauerte nicht lange, so hatten sich die Sänger aufgerafft. [... weitere Werke ... ungünstige Orchesteraufstellung und Saalakustik ... Lob für die gelungenen Einzelvorträge ...] (***).
Der Schwäbische Merkur hatte am 2.8.1896 im Mittagsblatt ausführlich von der 1. Festaufführung und dem Festzug berichtet und zuletzt im Mittagsblatt des 5.8.1896 vom Abschiedsfest (***a).
 
(Brief von Alois Hartl (Ried im Innkreis) an Bernhard Deubler (derzeit Altmünster) (Correspondenz-Karte):
     Anbei ein Probeabzug des Subskriptionsaufrufes der Habert-Gesamtausgabe. Bittet um Namen der Stifte und von Personen, die als Interessenten in Frage kommen. Habert sei auf dem Weg der Besserung.
Der Aufruf (datiert "August 1896") ist unterzeichnet von Alois Hartl, Ernestine Gräfin von Creneville (Gmunden), Bernhard Deubler, Martin Fuchs (Linz), P. Bernhard Grüner (Lambach), P. Georg Huemer (Kremsmünster), Victor Kerbler (Linz), Ernst Klinger (Taufkirchen), Robert Kurzwernhart (Linz), Mathias Lehner (Vöcklabruck), Georg Mayr (Gmunden), Anton Peterlechner (Ort a. d. Antiesen), Josef Pirnleithner (Attersee), Joh. B. Plohberger (Schärding), Georg Rauter (Tumeltsham), Graf Feri Schmidegg (Gmunden) und Albert Wintermayr (Ried) (°)).


Zitierhinweis:

Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 189608045, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-189608045
letzte Änderung: Dez 07, 2025, 11:11