zurück 18.3.1897, Donnerstag ID: 189703185

Artikel von Johann Nepomuk Batka mit Bruckners Briefen an Thiard-Laforest im Morgenblatt der Preßburger Zeitung auf S. 1-3 (*).

Hinweis auf das heutige Konzert des Wagner-Vereins mit dem letzten Satz der 5. Symphonie im Deutschen Volksblatt Nr. 2949 auf S. 8: "[...] Bruckner, V. Symphonie, letzter Satz. [...]" (**).

Klavieraufführung des 1. Satzes der 6. Symphonie durch Ferdinand Löwe beim I. Internen Abend des Wiener Akademischen Wagner-Vereins im Kleinen Musikvereinssaal [vgl. auch "März 1897"]. Es erklingen außerdem Werke von Franz Schubert, Franz Liszt, Richard Wagner, Berlioz und Peter Cornelius. Mitwirkende: der Vereinschor, Helene Bratanitsch und Andreas Dippel (Gesang) (***).

Die Linzer Zeitung berichtet vom Konzert am 16.3.1897 (mit "Amaranths Waldeslieder") (°).

Zwei Quittungen [vermutlich von Theodor Reisch vorgelegt (vgl. 6.3.1897)], die Beiträge zum NÖ. Landesschulfond (120 Gulden) und zum allgemeinen Versorgungsfond ([200 Gulden + (?)] 48 Gulden) betreffend (°°).

Der Alpen-Bote Nr. 22 berichtet auf S. 3 vom Beschluß des Linzer Gemeinderats [10.3.1897], ein Denkmal, eine Gedenktafel, Konzertsubventionen und Erwerb des Hausrats zur Einrichtung eines Gedenkzimmers betreffend (°°°).

Die Linzer Tages-Post Nr. 63 bringt auf S. 3 eine Vorbesprechung zum Konzert am 20.3.1897 und erwähnt bei der Biographie von Martin Einfalt, daß er Schüler des Bruckner-Schülers Karl Waldeck gewesen sei, in Wien bei Bruckner zwei Harmonielehre-Kurse gehört habe und von Bruckner für sein Orgelspiel in St. Florian [am 12.8.1887] sehr gelobt worden sei:
"[...] Mil 16 Jahren begann er das Studium der Harmonielehre und des Orgelspieles bei dem bekannten Meister Karl Waldeck, der selbst ein Schüler unseres weltberühmten Dr. Anton Bruckner war. Seine Leistungen nahmen einen immer höheren Auf­schwung, indem er sowohl als Clavierspieler wie als Organist die glänzendsten Zeugnisse erwarb. Beethovens C-moll-Trio aus dem opus 1 Nr. 3 spielte er bei einem Concerte auswendig, was allseitig Bewunderung erregte. In Wien besuchte Einfalt bei dem Altmeister Bruckner zwei Curse über Harmonielehre. Bei Außerachtlassung aller verwandtschaftlichen Bande zollte Karl Waldeck seinem Schüler in un­parteiischen Worten die vollste Bewunderung. In St. Florian spielte Einfalt vor Bruckner auf der großen Orgel ein Thema durch volle drei Viertelstunden. Bruckner sprach ihm ob seiner regen Phantasie und ob seines Interesse erweckenden Spieles neuerer Richtung die wärmste Anerkennung aus und fügte bei, es werde in Oesterreich wenig solche Organisten geben. [... ausführlich auch über Ignaz Gruber, Wilhelm Kienzl, Engelbert Lanz, Franz Prammer, Josef Reiter, Anton Vergeiner und Hermann Pius Vergeiner ...]." [keine Signatur] (#).

Das Prager Abendblatt Nr. 63 (Beilage zur Prager Zeitung) berichtet auf S. 3 von der Aufführung des "Te deum" am 17.3.1897:
"[...] Dafür nimmt aber auch die gestrige Aufführung unter der verdienstvollen Leitung des Herrn Heßler nicht den Glauben an Infallibilität in Anspruch, sondern sie begnügt sich damit, die Anerkennung für redlich Dar­gebotenes errungen, in dem Instrumentalen  wie in den Chören immerhin eine gewisse Ausgleichung der Kräfte erzielt zu haben, so daß das Werk wie ein Fest erwartet, aufgeführt und gefeiert werden konnte. Das vorhergegangene Bruckner-Tedeum machte gleich­falls den genügenden Eindruck. Es ist gut, das Werk vor Beethoven zu genießen. Unter der Beethoven'schen Riesenschöpfung bleibt es ein Werk zweiter Ordnung, aber es ist klanglich, contrapunktisch und architektonisch durchaus bedeutend. Der Dirigent Herr Heßler erhielt einen mächtigen Lorbeerkranz. Die Solisten Frl. Ruzek, Herr Gußalewicz, Frl. Carmasini und Herr Hunold waren zwar nicht in Allem fest studirt, sangen jedoch beifallswürdig." [keine Signatur] (##).


Zitierhinweis:

Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 189703185, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-189703185
letzte Änderung: Aug 24, 2026, 8:08