Bruckner-Meldungen im Juli-Heft der Zeitschrift für Musik, 108. Jg.:
Auf dem Innentitel Verlagswerbung: Peter Raabe, Kulturpolitische Schriften 3. Band: Deutsche Meister (Band 58 der Reihe "Von deutscher Musik") [u.a. Anton Bruckner].
S. 445 ("Deutsche Musik in Norwegen", Bericht von Wolfgang Delhaes, z. Zt. Oslo): "[...] – Sehr stark wirbt Olav Kielland für die Kunst Anton Bruckners. In den letzten fünf Jahren wurden hier die 1. Symphonie (Kielland), die "Vierte" (Abendroth), die 7. Symphonie (Weisbach, Kielland), die Ouvertüre g-moll und drei Orchesterstücke (Kielland) aufgeführt. Die 9. Symphonie und das "Te deum" waren im April 1940 in einem Brucknerabend vorgesehen, konnten aber nicht aufgeführt werden. Die Pflege Straußscher und Brucknerscher Musik, die ja ein Riesenorchester voraussetzt, ist für die "Filarmonisk Selskap", deren Orchester 1940 vollbesetzt 55 Musiker umfaßte, ein besonderes Verdienst. Die Tuben, die Bruckner vorsieht, wurden in den einzelnen Aufführungen durch einen verstärkten Satz Hörner ersetzt. | Soweit die Pflege der deutschen symphonischen Musik in Oslo. Sie hat in Olav Kielland einen begeisterten Förderer, der sich jederzeit mit seiner ganzen Person für die deutsche Sache auf dem Gebiete der Musik einsetzt. | Auf dem Gebiete deutscher Chormusik [... Leif Halvorsen ... Bruckner nicht erwähnt ...]"
S. 453: Bericht von Victor Junk über die Wiederholung des Wagner-Programms vom 12.5.1872 mit den Wiener Symphonikern unter Hans Weisbach in einem Konzert des Richard-Wagner-Verbandes deutscher Frauen zugunsten der Kriegsverwundeten.
S. 460f: "Deutsche Musik im besetzten Gebiet. Erstaufführungen in Belgien. Von Nikolaus Spanuth. [...] Es war daher an der Zeit, vor allem die Werke solcher deutscher Meister aufzuführen, die bisher in Belgien unbekannt waren oder auch bewußt totgeschwiegen wurden. Dazu gehörte vor allem das Schaffen Anton Bruckners, Max Regers und Hans Pfitzners, jener Meister, die die Ehre der deutschen Kunst hinüberretteten in ein neue Zeit. Zur Verwirklichung dieser notwendigen und wichtigen Kulturaufgabe wurden sonntägliche Konzerte eingerichtet, bei denen das Große Sinfonieorchester des Senders Brüssel, das beste Orchester Belgiens, unter namhaften Dirigenten Werken der vlämischen und deutschen Musik erstmalig den Weg in die belgische Öffentlichkeit bahnte. Weitere Konzerte wurden von ausgezeichneten Kammermusikvereinigungen und dem Philharmonischen Orchester Antwerpen bestritten. | Es soll hier nun lediglich von der Aufführung deutscher Werke berichtet werden. [...] Am Geburtstage des Führers [20.4.1941] fand im ausverkauften Palast für schöne Künste ein Sinfoniekonzert unter Leitung von GMD Fritz Lehmann - Wuppertal mit Werken der größten ostmärkischen Meister Franz Schubert und Anton Bruckner statt. Nach der Unvollendeten Sinfonie von Schubert gestaltete sich die Erstaufführung der gewaltigen 5. Sinfonie von Bruckner zu einem künstlerischen Erlebnis, das in der belgischen Tagespresse ein spontanes Echo fand. So schrieb die vlämische Presse, daß die Programmlinie, die hier verfolgt würde, schlechthin richtunggebend sei für die gesamte zukünftige Entwicklung des belgischen Musiklebens. [... Max-Reger-Feier am 11.5.1941 ... "Parsifal" in vlämischer Sprache ...]".
S. 469f: "BRUCKNERFESTTAGE ST. FLORIAN - LINZ. 31. Mai bis 3.6.1941. Von Direktor Vincenz Müller, Linz/D. | "Mitten im gewaltigsten, aber auch sieghaftesten Ringen, in dem das deutsche Volk um der Größe seiner Zukunft willen steht, schickt sich der Heimatgau des Führers an, seinen größten musikalischen Genius zu feiern" – mit diesen Worten leitete Gauleiter und Reichsstatthalter August Eigruber als Schirmherr seine Einladung [...] ein. [... es folgt ein ausführlicher Bericht ...] Dank und Anerkennung aber gebührt den Veranstaltern, die die Brucknerfesttage von St. Florian und Linz zum stärksten und schönsten musikalischen Erleben des Jahres 1941 erhoben haben."
S. 475: Über die Konzerte in Chemnitz unter GMD Leschetizky. "[...] In vier Meisterkonzerten vermittelte er als Neuheiten Bruckners 6. Symphonie, [... Höller etc. ...]. Im 5. Meisterkonzert brachte KM Charlier Bruckners 1. Symphonie in der Linzer Fasssung und "Tod und Verklärung" zu Gehör, während Cassadò sein eigenes wertvolles Cellokonzert spielte. [...] Prof. Eugen Püschel."
S. 476: Prof. Dr. Trunzer berichtet aus Coburg, wo das Landestheaterorchester unter Dr. Wilhelm Schönherr u. a. die 3. Symphonie aufführte.
S. 480: Ernst Bock meldet für Stettin eine Aufführung der 5. Symphonie unter MD Mannebeck in einem städtischen Konzert.
Zitierhinweis:
Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 194107005, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-194107005letzte Änderung: Dez 21, 2025, 13:13