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Übersicht:
A. Geschehenes und Geschriebenes (Ereignisse und Briefe)
B. Gedrucktes (Zeitungsartikel in alphabetischer Reihung)
C. Gedrucktes (Jahrbücher, Periodika)
D. Ikonographie

E. Varia

A. Geschehenes (Ereignisse)

[vor dem 15.11.1896] Aufführung des »Te Deum« beim Gründungsfest des Männergesangvereins in Warnsdorf (*).

[vor dem 15.11.1896] Akademische Trauerfeier in Prag (**).

Aufführung des Adagios der 7. Symphonie unter Richard Barth im 3. Philharmonischen Konzert in Hamburg (***).

Brief von Bernhard Ziehn an Hugo Kaun nach Bruckners Tod:
     Über einen Kritiker, der Bruckner "stets mit Hohn und Spott verfolgte" [Kalbeck gemeint?] : "[...] Wenn der K... noch eine Spur von Gewissen hat, muß er sich an der ersten besten Türklinke aufhängen," (°).

[nach 11.10.1896?]
Brief von Bernhard Ziehn an Hugo Kaun nach Bruckners Tod:
     "Brief und Paket erhalten. Darüber nächstens, bin jetzt sehr beschäftigt. Bei der Germania bestellte ich mir eine Nummer mit dem Kloseschen Aufsatz über Bruckner [bisher unbekannt]. (Klose ist Schüler Bruckners und der Lehrer des R. Louis) erhielt aber heute die Nachricht, dass ich unbedingt die betr. Zeitungsnummer angeben müsste. Sollten Sie die Nummer oder das Datum noch wissen, bitte ich Sie um gefällige Mitteilung. [...]" (°°).

[nach 11.10.1896?]
Brief von Bernhard Ziehn an Hugo Kaun:
     "[...] Ihre Äusserung über Milwaukee's Abdruck meines Bruckner-Artikels verstehe ich nicht. Die Zeitungen dort haben doch den Aufsatz 14 Tage früher gelesen als Sie, Falls einer ihn abdrucken wollte, wäre es längst geschehen. Es wird aber nicht geschehen, und zwar nicht, weil er so lang ist, sondern des Inhaltes und der Ausdrucksweise wegen." Kürzlich seien ihm alle Bilder und Kompositionen von Spanuth verbrannt (°°°).

Visitenkarten mit Kondolenzen treffen ein von Kardinal Gruscha, Hofrath Dr. Julius Hann, Alois Josef Kofler (2. Kapellmeister am Stadttheater Salzburg), Dr. Ernst Mach (Universität Wien), Adalbert Markus, Georg Pointner (kaiserlicher Rath) und Theodor Reisch [jun.] (#).

Notizen von Belvedere-Schlossinspektor Eduard Heinrich [Henrich] zu Bruckners letzten Tagen:
     Über den 11.10.1896 (erwähnt Frau Kathi, Pater Witt = Heribert Witsch). Pater Graf [Karl Graff] sei der Beichtvater gewesen. Jeden Sonntag mit Kathi um 9 Uhr zur Messe nach St. Michael. Wohnung früher in Hessgasse neben Hofrat Hartel. Erwähnt Hynais, Schalk, Ferdinand Löwe, Meißner, Mahler, den Bösendorfer-Flügel, Prof. Schrötter (erhielt die Orgel, um 600 fl vom Konservatorium gekauft). Elfenbein-Cruzifix, für 147 fl am Petersplatz gekauft, wurde im bischöflichen Palais geweiht. Frau Kathi besorgte "Ablaß" für Fleischgenuss. Messingbett (für 200 fl, Kärtner Hof) "war sein Stolz", Kathi hatte 2 Tage mit Bruckner gesucht. Die dritte Bank [im Park] war das "Bruckner Bankerl". Gegessen wurde am Arbeitstisch. Über den Tagesablauf, die Möblierung, die Kleidung (Stoffhändler Janovitz [Janowicz]), die Kerzenbeleuchtung. Seit 1868 in Wien, anfangs mit Schwester [Maria Anna Bruckner]. Erwähnt noch St. Florian bei Linz, Dr. Heller (#a).

Theodor Altwirth schreibt ein Gedicht "Auf Anton Bruckners Tod!" (neun vierzeilige Strophen), am Ende unterzeichnet "Th. Altwirth 1896" (##).

Ein Partezettel wird an Nicodé versendet (###), ein weiterer an die Liedertafel Vöcklabruck (xxx).

B. Gedrucktes (Zeitungsartikel in alphabetischer Reihung)

[Allgemeine Musik-Zeitung] Vierteiliger Artikel von Rudolf Louis in der Allgemeinen Musik-Zeitung 23 (1896) S. 617, 633, 651, 667f (za1).

In derselben Zeitschrift auf S. 590 ein Artikel ”Anton Bruckner” von Wilhelm Klatte (za2). - Artikel in Cerkveni glasbenik 19 (1896), Nr.10, S. 75-77 (zc1).

Artikel in Dalibor 18 (1896) S. 338 (zd1).

[Deutsche Wacht] Nachruf von Dr. Arthur Seidl in der Deutschen Wacht (zd2);
   er enthält einen anekdotischen Bericht von Bruckners Verhalten in Bayreuth der Erbprinzessin von Meiningen gegenüber (zd2a).

[Gesellschaft] Artikel von Max Graf in »Die Gesellschaft« 1896, S. 1401-1408 (mit einem Portrait) (zg1).

[Illustrierte Zeitung] Artikel Heinrich Schenkers in der Illustrierten Zeitung 107 (1896) S. 497 (zi1).

(mit Portrait) »Das interessante Blatt« 15 (1896), Nr. 43, S. 7 [= Ende Oktober 1896?] (zi2).

[Mitte Oktober 1896] Artikel von Karl Söhle in »Der Kunstwart« 10 (1896), H. 2, S. 28:
"Musik.
    *  Mit Anton Bruckner hat die deutsche Musik der Gegenwart wohl die eigenartigste und merkwürdigste Persönlichkeit verloren, die neben Bruckners Antipoden Brahms von älteren Komponisten jetzt noch wirkte. [... über den Parteienstreit etc. ... ]. Möge das besser werden, auf daß wir bald recht erfahren, was wir an Anton Bruckner nicht verloren haben, sondern noch besitzen.   Karl Söhle."       (zk1).

Neue Musikalische Rundschau 1 (1896/97) S. 33f (zn1).

Artikel Göllerichs in der Neuen Musikalischen Rundschau 1 (1896/97) S. 113-116 (mit einem Portrait) (zn2).

[Neue Musik-Zeitung] Aufsatz »Heiteres aus dem Leben Anton Bruckners« (signiert »G. B.«) in der Neuen Musik-Zeitung 17 (1896), S. 282 (zn3).

Dort auch ein mit »E. K.« signierter Artikel (zn4).

Artikel ”Aus dem Leben Anton Bruckners” von Armin Friedmann (zn5). 
[derselbe Artikel gemeint?] Artikel von A. Friedmann in der NMZ auf S. 267f (zn6).

[Neues Illustriertes Blatt] Gedenkartikel mit Portrait Bruckners [IKO 91] im Neuen Illustrierten Blatt (Brünn) 5 (1896) Nr. 42, S. 663 [ca. ab 19.10.1896?] (zn7).

Österreichisch-Ungarische Musiker-Zeitung 4 (1896), Nr. 20, S. 1 (zo1).

[16.10.1896] Signale für die musikalische Welt 54 (51. Heft 1896) S. 804:
"      Anton Bruckner
ist am 11. October im 73. Lebensjahre in Wien gestorben. Weniger das große Pu­blicum, als die musikalischen Kreise, speciell diejenigen Wiens, werden den Verlust des hochveranlagten, trefflichen Künstlers beklagen. Bruckner war eine eigenartige Musikernatur, die unbekümmert um alles Conventionelle und Hergebrachte, ihre eigenen Wege wandelte, daher auch seine Compositionen fast nirgends ungetheilte Anerkennung fanden. Seine oft schwunghafte harmonische Vielgestaltigkeit, welche sich aus seiner Tendenz, Wagners Bühnenstyl auf die absolute Musik zu übertragen, erklärt, und die frappirenden, zeitweilig abstracten Accordverbindungen gaben seiner Musik mehr den Stempel der Gedankenarbeit, als daß sie aus dem Inneren geschöpft erschien. Dagegen war Bruckner ein Meister des Kontrapunktes und ein glänzender musikalischer Illustrator, der das Orchester mit Virtuosität zu behandeln verstand. Er ist erst in vorgerücktem Alter bekannt geworden, 52 Jahre war er alt, als seine zweite Symphonie in Cmoll in
Wien zur ersten Aufführung kam, ohne Erfolg zu haben, erst die siebente in Edur lenkte die Aufmerksamkeit weiterer Kreise auf sich, wie denn überhaupt im letzten Jahr­ zehnt manche seiner Werke, darunter namentlich das „Te deum“, ihren Weg über Oesterreich hinaus fanden. Bruckner componirte allein neun Symphonien, ferner Kammermusiksachen, größere und kleinere Männerchorwerke, mehrere Messen u. s. w. Als Sohn eines Dorfschullehrers am 4. September 1824 in Ansfelden (Oberösterreich) geboren, gelang es ihm, durch eisernen Fleiß sich autodidactisch zu einem so tüchtigen Contrapunktisten und Organisten auszubilden, daß er 1855 bei der Bewerbung um die Domorganisten-Stelle in Linz als Sieger hervorging. Auf späteren Urlaubsreisen genoß er den Unterricht Sechter's in Wien, dessen Nachfolger er 1868 als Hofcapellorganist wurde. Gleichzeitig wurde ihm die Stellung eines Professors für Contrapunkt, Composition und Orgelspiel am Conservatorium, sowie später die eines Lectors für Musik an der Universität in Wien übertragen. In diesen Aemtern wirkte er bis kurz vor seinem Tode. Die Wiener Universität verlieh ihm 1891 den Ehrendoctor-Titel. Im Umgang war Bruckner die Bescheidenheit selbst, eine seelensgute, harmlose, fast hyper­naive Natur. Er kannte nur die Liebe zu seiner Kunst, sonst bekümmerte ihn Nichts in der Welt. Kaiser Franz Joseph hatte ihm in den letzten Jahren eine Wohnung im alten Lustschloß Belvedere angewiesen, wo er auch gestorben ist. Das Leichenbegängniß Bruckner's fand auf Kosten der Stadtgemeinde statt. Bei der Trauerfeier war fast das ganze musikalische Wien versammelt, ferner nahmen Vertreter des Unterrichtsministeriums, der Bürgermeister und die beiden Vicebürgermeister, der Rector und zahlreiche Professoren der Universität, sowie die Wiener Studentenschaft daran Theil." [keine Signatur, vermutlich Bartholf Senff] (zs1).

Anonymer Artikel "Professor Dr. Anton Bruckner ist Sonntag, den 11. d. M., [...]" (zx1).

Anonymer Artikel "An unseren Musikreferenten Dr. Th. Helm" (über Otto Kitzlers Beileidstelegramm an Theodor Helm) (in der Deutschen Zeitung?) (zx2).
[vermutlich identisch mit Deutsche Zeitung vom 14.10.1896:]
"An unseren Musikreferenten Dr. Th. Helm ist von dem Director des Brünner Musikvereines, Herrn Kitzler, folgende Drahtnachricht eingelangt: "Dem Freunde und Schätzer Bruckner's tiefstes Beileid. – Kitzler." – Director Kitzler führte vor einigen Jahren Bruckner*'s vierte Symphonie und heuer seine zweite mit größtem Erfolge in Brünn auf."

[Zeit] Artikel Heinrich Schenkers in »Die Zeit« 7 (1896), Nr. 90, S. 184-186 (zz1).

C. Gedrucktes (Jahrbücher, Periodika)

Bruckners Tod wird im Jahresbericht des Wiener Akademischen Gesang-Vereins (39. Vereinsjahr 1896/97) auf S. 6f erwähnt (jb1).

[Späterer] Bericht in der Festschrift des Wiener Akademischen Gesangvereins (jb2).

Artikel von Josef Schalk "Anton Bruckner." im Jahresbericht des Wiener Akademischen Wagner-Vereins 24 (1896) S. 14-19. Kurzer biographischer Überblick, Gedanken zu den einzelnen Symphonien (jb3).
Bruckners Tod ist auch auf S. 8 erwähnt (jb4).

Ludwig Edlbacher bereitet für die 3. Auflage seiner »Landeskunde von Ober-Österreich« einen wesentlich erweiterten biographischen Artikel über Bruckner [vgl. 1873, 1883, 1888] vor, der auch Ereignisse 1899 und 1900 noch berücksichtigt (jb5).

Artikel "Auf Bruckners Tod" in "Wagneriana" Band II, S. 387-394 [evtl. von Arthur Seidl, 1914?] (w1).

D. Ikonographie
Zur Ikonographie siehe auch den Teil B (»Zeitungsartikel«)

Rudolf Fenz fertigt eine Portrait-Lithographie Bruckners mit einem Notenzitat aus der 5. Symphonie [IKO 89] an (ik1).

Ölgemälde [IKO 88] von Franz Antoine (?) (ik2).

Scherenschnitt von Otto Böhler (Bruckners Ankunft im Himmel) [IKO 94] (ik3).

Zwei Medaillen von Franz Xaver Pawlik [IKO 95 und 96] (ik4).

E. Varia
Aus Bruckners Besitz haben sich einige handschriftliche Musikalien erhalten (Stift St. Florian, Bruckner-Archiv, Gruppe 21).
Beethoven:
Abschrift der Klaviersonate (15 Bl., signiert vom Kopisten "M. Sch.") As-Dur op. 26. -
Partitur-Abschrift der Streichquartette op. 59/1 (38 Bl., mit Besitzervermerk "Harlinger"),
op. 59/2 (38 Bl.), op. 59/3 (36 Bl.) und [sic!] op. 59/4 (28 Bl.)
Bruckner:
Klavierauszug von "Germanenzug" (3 Bl.) und Chorstimmen (6 Bl.), Tenor 1 mit Datierung "16. Okt. 1878"
Händel:
Fuge in fis-Moll (mit Eintragungen Bruckners?), 2 Bl.
1. Orgelkonzert, bearbeitet von Rudolf Dittrich (vgl. 10.9.1882), 8 Bl.
Johann Matthias Keinersdorfer:
"Ausweichungen", 8 Bl. (mit Vermerk "Georg Steinmayr")
Mozart:
Fuge aus dem Gloria der C-Dur-Messe, Abschrift von Johann Baptist Weiß, 6 Bl.
Palestrina:
Improperia [...] Mitgetheilt von J. B. Benz. 1 Bl.
Schubert: "Troisieme Grand Sonate pour le Piano Forte", signiert vom Kopisten F. Zolles [Sonate Es-Dur D 568 gemeint?]
Rudolf Weinwurm:
Präludium für die Orgel op. 9 (2 Bl.) "Seinem lieben Freund H. Brukner, Domorganisten in Linz, gewidmet."
Franz Witt:
"Lamentation I. Op. VI." (6 Bl.) (a).

Außerdem befanden sich in Bruckners Nachlass Werke von Johann Baptist Weiß: Messe C-Dur, Messe D-Dur und ein "Domine ad adjuvandum" [WAB 136] (a1).

An gedruckten Musikalien befanden sich in Bruckners Besitz:

Johann Georg Albrechtsberger:
Fuga sopra il Thema Do, re, mi, Fa sol, la op. 5. - Sei Fughe e Preludie op. 6. - Sechs Präludien für die Orgel oder das Pianoforte op. 12, Nr. 1 und Nr. 2 (mit einem Eintrag "E. Heyschneider.". - Six Fugues pour le Pianoforte ou l'Orgue op. 17.
An der Lan-Hochbrunn:
Dodici Pezzi d'Organo ed Harmonium col pedale mit Widmung "Dem hochverehrten Meister Dr Anton Bruckner sein begeisterter Verehrer P. Hartmann. Jerusalem im April 1894". - Erinnerung an Jerusalem. Marsch für Pianoforte.
Joh. Seb. Bach:
Matthäuspassion, Partitur (S. 1-8 fehlen) mit zahlreichen Eintragungen Bruckners. - Compositionen für die Orgel (herausgegeben von Fr. C. Griepenkerl und Ferd. A. Roitzsch), Band 1, Band 3, Nr. 8 (Toccata C-Dur mit Eintragungen Bruckners), Band 4, Nr. 3 (Präludium D-Dur), Nr. 4 Toccata und Fuge d-Moll (mit Eintragungen Bruckners), Nr. 6 Fuge c-Moll (dto.), Nr. 7 Fuge g-Moll (dto.), Nr. 8 Fuge h-Moll, Band 8, Nr. 1 Concerto D-Dur, Nr. 3 Concerto C-Dur (mit Eintragungen Bruckners), Nr. 10 Fuge C-Dur, Nr. 12 Fuge B-Dur. - Fugen für Pianoforte oder Orgel (Breitkopf & Härtel Nr. 7035), Nr. 1 c-Moll (mit Eintragungen Bruckners). - Sechs Präludien und Fugen für Orgel oder Pianoforte mit Pedal (Haslinger T. H. 4085) (mit Eintragungen Bruckners). - Präludium und Fuge über den Namen BACH (Klavierauszug von F. X. Gleichauf (dto.). - Fragment eines Orgelstückes in C-Dur.
Beethoven:
Missa Solemnis (Klavierauszug und Orgelstimme). -  Streichquartett op. 130 (Partitur, mit Vermerken "Carl Holz" und "Jos. Porges"). - Sonate G-Dur op. 79. - Thematisches Verzeichnis der Klaviersonaten.
William Thomas Best:
A Collection of Organ Pieces, Book 6, Nr. 31-36, Novello Nr. 4463.
Bruckner:
Partitur des "Germanenzugs" (Kränzl in Ried).
Paul Caro:
Klaviertrio op. 8 (Rudolf Bussjäger R. B. 145), Stimmen mit Widmung auf Umschlag "Herrn Professor Anton Bruckner in dankbarer Verehrung Paul Caro Wien Sept. 1886". - 2 Streichquartette op. 6 und op. 7 (R. B. 146) (Partitur, mit identischer Widmung). - Quartett op. 6 (Stimmen, mit identischer Widmung).
James Coward:
Ten Glees and a Madrigal (mit Widmung "Anton Bruckner from James Coward with best wishes - Organist of the Crystal Palace und Sacred  Harmonie Society."
Joseph Haydn:
Messe Nr. 1 (Partitur). - Die sieben Worte unseres Erlösers am Kreuze (Klavierauszug, mit Besitzervermerk Bruckners und "Spallinger". -  "Variations pour le Clavecin ou Piano-Forte" op. 83 (Besitzervermerk "Weiß" gestrichen, stattdessen "Anton Bruckner".
Herbeck:
Große Messe in e-Moll (Partitur).
Otto Kitzler:
Tonräthsel op. 7 (mit Widmung "Meinem lieben Freunde Anton Bruckner zur freundlichen Erinnerung vom Componisten.").
[Klavierschule] "Kleine theoretisch-praktische Clavier-Schule für den ersten Unterricht", Haslinger Nr. 2169 (mit Bruckners Besitzervermerk aus Jugendjahren).
Sie wurde an der Linzer Präparandie verwendet und enthält Stücke von Ignaz Pleyel, Jan Ladislav Dussek und Johann Baptist Cramer (b1).
G. B. van Krieken: [siehe die Anmerkung]
Praeludium (op de initialen von Dr. A. H. de H.) [...] voor Orgel ("Praeludium en Koraal voor Orgel of Piano-forte (van Sijn & Zoon Rotterdam)) [...] Rotterdam. - Praeludium "Eroica" F dur für die Orgel (W. Wenk Rotterdam), [...] Organist in Rotterdam. - Acht Liederen voor Zang, Orgel of Piano (W. Wenk Rotterdam) [...] (1327/137).
Daniel de Lange:
De Roze op. 12 (1888).
J. B. Litzau:
Einleitung und Doppelfuge (D moll) [...] für die Orgel op. 14 [Organist in Rotterdam] (mit Widmung "Herrn Hoforganist Professor A. J. Bruckner in Wien hochachtungsvoll uebersandt vom Componisten.". - Fuge à 5 Voci über "Aus tiefer Noth schrei ich zu dir" op. 18 (mit identischer Widmung). - Einleitung, Variazionen und Choral mit Fuge über ein Sterbelied aus dem 16. Jahrhundert für die Orgel op. 12  (mit identischer Widmung).
Oddo Loidol:
Fest-Chor zur Einweihung des neuen Gymnasiums in Kremsmünster am 21.9.1891 [vgl.12.8.1891].
Adolf Bernhard Marx:
Anleitung zum Vortrag Beethovenscher Klavierwerke. Berlin 1863 (beiliegend Zeitungsausschnitte o.D. und 1932).
Moritz von Mayfeld:
"Erinnerungen an Richard Wagner's Tristan und Isolde für das Pianoforte. I. Auf dem Schiffe (Herrn Anton Bruckner gewidmet). II. In König Markes Burg. Dem Freiherrn Friedrich von Weichs gewidmet.".
Mendelssohn:
Lieder [...] op. 34 Nr. 12 Reiselied. - 3 Motetten [...] op. 39 (mit Besitzervermerk "Arminger"). - Sechs Lieder ohne Worte op. 38, 3. Heft (Besitzervermerk "Bruckner"). - Sechs Lieder ohne Worte op. 85, 7. Heft (Besitzervermerk "A. Bruckner"). - Sechs Sonaten für die Orgel op. 65 (mit zahlreichen Eintragungen Bruckners).
Mozart:
De Profundis [KV 93] (4 Singstimmen und Klavier, Berlin T. Trautwein). - Don Giovanni (Klavierauszug mit deutschem Text, Reclam).
Novitäten-Courier:
Album für das Pianoforte, herausgegeben von A. Doretti (Inhalt: Werke von Franz Josef Mayer, Josef Benoni, Franz Meier und Ludwig Linz).
August Scharrer:
Sechs Lieder op. 2 (Breitkopf & Härtel 20396) (mit Widmung "Dem hochverehrten Meister Dr Anton Bruckner mit besten Empfehlungen des Componisten Aug. Scharrer, Berlin, Febr. 1894."
Hans Schläger:
Ave Maria op. 17 (Stimmen, Glöggl 830.b.). - Kriegslied der Deutschen (C. A. Spina 16.701, Partitur und Stimmen mit Widmung "Meinem lieben Freunde A. Bruckner. H. Schläger").
Schubert:
Ausgewählte Gesänge [...] Schwanengesang. Zweite Serie. 15. Abschied, 27. Das Heimweh. - Erste grosse Sonate op. 42 (Litolff 2083) [a-Moll, D 845].
Robert Schumann:
Zigeunerleben op. 29, Nr. 3. Für Männerchor mit vierhändiger Pianofortebegleitung eingerichtet von Joh. Herbeck. (Breitkopf & Härtel 9789, mit Widmung "Herrn Anton Bruckner zur freundlichen Erinnerung an J. Herbeck 1861").
Carl Seyler:
Gebet für die Orgel, Physharmonica oder Piano [...] Gran 1871.
Franz Zdenko Skuhersky:
24 leichte Orgelvorspiele op. 48 (Em. Wetzler Prag-Wien).
J. G. Eduard Stehle:
Concert Fantasie für die Orgel über die oesterreichische Hymne op. 47 (zur Vermählung von Kronprinz Rudolf, Gebr. Hug Zürich).
Verdi:
Manzoni's Requiem (Klavierauszug mit deutschem Text von Martin Roeder, Ricordi Nr. 44358).
Wilhelm Volckmar: Nun danket Alle Gott! Concertstück für die Orgel mit Begleitung von vier Posauenen und Pauken op. 43 (Erfurt, C. Wilh. Körner Erfurt 180).
Richard Wagner: Siegfried, Nr. 2 "Nothung! Nothung!" (Klavierauszug, Schott 22064.2). - Walküre "War es so schmählich, was ich verbrach" (Klavierauszug, Schott 17995).
Josef Calasanz Waldeck: Requiem in Es, dem Andenken Dr. Franz Waldecks gewidmet, herausgegeben von Karl Waldeck (Böhm 4290) (Notiz Max Auers "Aus A. Bruckner's Besitz." (b).
Rudolf Weinwurm: Präludium für die Orgel op. 9 ("Seinem lieben Freund | H Bruckner, Domorganist | in Linz, gewidmet" (Manuskript)) (b2).

Nicht aus dem Nachlass Bruckners stammen Bläserstimmen zum "Te deum" (Trompete, C-Klarinette, Tenorhorn, Althorn (mit Eintrag "Alois Ellram") [vermutlich bei einer Aufführung, bei der eine Regimentskapelle o. ä. mitwirkte] (c).

An Alltagsgegenständen aus Bruckners persönlichem Besitz haben sich erhalten:
drei Kerzenleuchter, Geldbörse, Weihbrunnkessel, Bleistift, Schere, Lampenfuß oder Tintenfass, Stahlfeder,  Tintenfass, zwei oder drei Kreuze, ein neuwertiges Buch (von Bruckner vermutlich als Geschenk gekauft) "Das Charwochenbuch der katholischen Kirche. Von Jakob Rudolph Khünl" (d).
Streichholzschachtel mit einem Bild Richard Wagners (d1).
Radiergummi der Marke L. & C. Hardtmuth (e).

Bücher:
Im Nachlass soll sich auch das 1864 auf Deutsch erschienene "Christus"-Buch von Ernest Renan (Tréguier 27.2.1823 - 2.10.1892 Paris. Orientalist, Religionshistoriker und Schriftsteller (652/19,827)) befunden haben (829/353 als einzige Quelle)

Im Bruckner-Gedenkzimmer in St. Florian befinden sich:
der Bösendorfer-Flügel (bis 1848 im Besitz Franz Sailers),
2 Sessel (mit Rückenlehne und Sitzfläche aus Geflecht) - zwei weitere bei Familie Hueber in Vöcklabruck,
der Arbeitstisch,
der ledergepolsterte Lehnstuhl,
ein Schulbladkasten mit Aufsatz,
ein Kleiderkasten,
ein Wäschekasten (anfangs in Vöcklabruck, von 1992 bis 2006 beim  ABIL in Wien),
eine Pendeluhr,
(ein Marien-Wachsbild [Nachlass?] und ein Portrait von Carl Max Rebel (IKO 295)),

Lorbeerkränze und Fahnenschleifen [vorläufig unter dem zugehörigen Datum (falls vorhanden) erfasst oder, falls undatiert, unter dem 14.10.1896],

die Parte des Wiener Gemeinderates und die Parte der Familie Bruckners, die Totenmaske, Zeitungsberichte vom 15.10.1896 und 17.10.1896 [Originale oder Photographien?] (f).

Im Stift St. Florian befinden sich (nach einer undatierten Liste von Franz Xaver Müller) folgende Bruckner-Manuskripte:
Os justi [WAB 30, Signatur 19/12]
114. Psalm [WAB 36, Signatur 19/4]
22. Psalm [WAB 34, Signatur 19/5]
b-Moll-Messe [WAB 29, Signatur 19/7]
Requiem [WAB 39, Signatur 19/3]
4 Tantum ergo [WAB 41/1-4, Signatur 20/43]
Ave Maria 4st. [WAB 5, Signatur 19/10c]
Libera [WAB 22, Signatur 20/34]
Magnificat (Stimmen)
"Entsagen" [WAB 14, Signatur 20/28]
"St. Jodok" [WAB 15, Signatur 19/9]
"Auf Brüder, die Saiten zur Hand" [WAB 60, Signatur 19/8]
"Auf Brüder, zur frohen Feier" [WAB 61, Signatur 19/6]
"Vergißmeinnicht" [WAB 93, Signatur 19/1b]
"Im April" [WAB 75, Signatur 19/11]
Fragmente und Skizzenblätter
[ab hier handschriftlich von Müller ergänzt, vermutlich also später]
Herz-Jesu-Lied [WAB 144, Signatur 20/27]
"Sternschnuppen" [WAB 85, Signatur 19/2]
"Das edle Herz" [WAB 65, Signatur 20/35]
"Das Hohe Lied" [WAB 74, Signatur 20/30] (g).


Zitierhinweis:

Franz Scheder, Anton Bruckner Chronologie Datenbank, Eintrag Nr.: 189610116, URL: www.bruckner-online.at/ABCD-189610116
letzte Änderung: Jan 17, 2026, 20:20